Vielleicht wäre es besser gewesen, dieses Jahr keinen Song nach Lissabon zu schicken

Vielleicht wäre es besser gewesen, dieses Jahr keinen Song nach Lissabon zu schicken

Man freut sich ja doch irgendwie seit Beginn des Jahres auf den Eurovision Song Contest. So nach und nach stellen die Länder ihre Interpreten und Songs vor – die Vorfreude auf das Finale im Mai beginnt. Doch da hat es die ARD, oder hier federführend der NDR, mit dem deutschen Vorendscheid prima geschafft, diese aufkommende Vorfreude irgendwie zu ersticken. Was bringen 3-fach komplizierte Votings oder Jurys, wenn die Songs, über die man abstimmen soll, entweder einfach zu flach und unaneckend sind oder einfach nur mittelmäßig präsentiert werden.

Wenn die ARD Fussball überträgt, was sie ja durchaus ziemlich oft macht, dann sind da wohl Menschen vor der Kamera, die einigermaßen Ahnung haben von dem, was sie erzählen. Warum ist das denn nicht beim ESC so? Ich greife ja eher selten zur Fernbedienung um Umzuschalten, wenn man sich vor der Glotze fremd schämt. Aber es ging nicht anders. Linda Zervakis und Elton — vollkommen unvorbereitet und schmerzfrei. Und, lieber Peter Urban: nein, die beiden waren nicht sehr witzig. Witzig ist was ganz anderes.

So – nun präsentiert also ein deutscher Ed Sheeran Deutschland im Mai in Portugal. Mit einer – ach hat nicht letztes Jahr auch eine – Ballade gewonnen? Und der hat sich ja sowas von gefreut über seinen Sieg. Das war ja für alle ESC-Fans und ARD-Zuschauer ein pures Freudenfeuerwerk. — Nein, war es nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen, dieses Jahr keinen Song nach Lissabon zu schicken.

Ein Kommentar von Frank Weiler